Via La Fenice, 4 - Tel. 071/9331162
An allen Tagen geöffnet (8.30 - 19.30)
Eintrittspreise:
bis 18 Jahren gratis
18 - 25 Jahren - € 1,00
26 - 65 Jahren - € 2,00
über 65 - gratis
In einer der lokalen Gemeindeverwaltung gehörenden Villa untergebracht, wurde das Antiquarium von Numana mit dem Zweck eingerichtet und 1974 für den Publikumsverkehr geöffnet, die außergewöhnlichen Funde auszustellen, die im Laufe der glücklichen Ausgrabungskampagne zwischen dem Ende der 60-er und Beginn des nächsten Jahrzehnts gefunden wurden. Bei dieser Gelegenheit wurden über fünfhundert Picener-Gräber ans Licht gebracht, die zur Nekropolis des Bereichs Quagliotti-Davanzali von Sirolo gehören.
Infolge dieser Entdeckungen bestätigte sich Numana als wichtigstes Zentrum des Piceno in der Frühgeschichte. Auch die letzten, in ihren Nekropolen gemachten Entdeckungen bestätigen die bedeutende Funktion, die dieser Natur-Anlegeplatz an den südöstlichen Hängen des Conero im 6., 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. ganz zum Nachteil des nahe gelegenen Ancona ausübte. Von den drei Totenstadtbereichen (Bereich Quagliotti-Davanzali von Sirolo; Bereich Friedhof-Montalbano von Numana; Bereich von "I Pini" von Sirolo) bezüglich des antiken Numana, die zwischen Numana und Sirolo liegen, wurde nur die Nekropolis I Pini in ein Museum verwandelt. Hierbei handelt es sich um die einzige Ausgrabungsstätte der Marken, in der ein angemessen mit längs des Besichtigungswegs angebrachten Lehrtafeln beschilderter Abschnitt einer Picener Nekropolis besichtigt werden kann.
Vor Kurzem haben die Archäologen einen neuen wichtigen Ausgrabungsfund ans Licht gebracht, und zwar das Grab der Picener Prinzessin von Sirolo aus dem Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr.. Insbesondere betraf die Entdeckung zwei verschiedene Wagen (eine Biga und eine Kalesche). Für ein typisches Begräbnis der Picener Gemeinde in Numana wurden, wie in anderen in Mittelitalien an der Adria festgestellten Fällen, die beiden Wagen zerlegt und entsprechend in der Grabgrube angeordnet. Im Antiquarium auf einer eigens dafür vorgesehenen Auflage, welche die Ausgrabungssituation darstellt, wurden die gewonnenen und restaurierten Metallelemente der beiden Wagen angeordnet und die Verhältnisse und Lagegrößen unverändert beibehalten. Zusammen mit den Wagen wurde einem anderen wichtigen und seltenen Fundstück eine Sonderstellung gegeben: eine mit Elfenbein und Bernstein geschmückte Kline. Das Vorhandensein dieses wertvollen Manufakts stellt eine weitere Bestätigung der außerordentlichen Bedeutung dieses königlichen Begräbnisses dar. Neben den Fundstücken bezüglich des symposischen Service (attischen Trichtern und Kelchen mit schwarzen Figuren, Oinochoe, Sieb, Bronze-Dreifuß) und des Instrumentum Domesticum (Feuerböcke und Eisenspieße, Krüge aus Steingut) gibt es Materialien und Gegenstände zum persönlichen Schmuck hinsichtlich des Grabgewandes (verschiedenförmige und –artige Fibeln, Gehänge-Brustriemen und Sandalen).
Die zahlreichen gefundenen und im Antiquarium aufbewahrten Fundstücke ermöglichen es, zusammen mit einem bedeutenden Grabkontext aus den letzten Jahrzehnten des 6. Jahrhunderts v. Chr., der Ende des vergangenen Jahrhunderts in Sirolo-Numana gefunden und im Museum in Florenz aufbewahrt wird, einige interessante Betrachtungen über den Handel, die Beziehungen und Tauschgeschäfte anzustellen, die der Hafen von Numana mit Griechenland und den anderen Adriahäfen im Norden, hauptsächlich mit Spina, unterhält. Die Blütezeit und der Wohlstand, die von den reichen, in den Nekropolen gefundenen Gräbern belegt werden, sind ein Spiegel der nicht sekundären Funktion, die das Picener Zentrum ausübte. Gigantographien von aus Numana stammenden Materialien, die dann sowohl in italienischen als auch in ausländischen Museen und Sammlungen (attische Trichter und Gesims eines etruskischen Kandelabers des Metropolitan Museum in New York, Brustriemen in Paris und Henkel einer Hydria in München) bestätigen die Bedeutung von Numana in der Frühgeschichte.
Quelle: museionline.it